Redaktion: Florian Don Schauen
Erschienen: 2009
Seitenanzahl: 200
Beschreibung
Die Aufgaben eines Spielleiters sind vielfältig: Er muss sein Abenteuer kennen und wissen, wie er es seinen Spielern präsentiert, muss die Regeln kennen und anwenden können, ständig von Rolle zu Rolle wechseln und alle Meisterpersonen möglichst interessant darstellen, jederzeit mit unerwarteten Situationen oder Heldenaktionen umgehen, die Wünsche jedes einzelnen Spielers erfüllen und nebenher noch durch geschickten Einsatz von Musik und Deko die richtige Atmosphäre erzeugen. Anders gesagt, er ist Regisseur, Drehbuchautor, Kulissenmaler, Scriptman, Requisiteur, Darsteller aller Nebenrollen und Regelschiedsrichter in einer Person.
In Wege des Meisters finden Sie keine Vorschriften, die Sie zum perfekten Spielleiter machen sollen, sondern eine Sammlung unterschiedlicher Tipps und Anregungen zu Abenteuerbau, Dramaturgie, Darstellung von Meisterpersonen, Umgang mit unterschiedlichen Spielern und vielem mehr. Wichtigste Grundlage ist es immer, sich über den eigenen Stil und die Vorstellungen der einzelnen Spieler klarzuwerden, denn davon hängt die Auswahl der Abenteuer ebenso ab wie das Agieren am Spieltisch. Der erfahrene Meister findet in diesem Band viele interessante Anregungen, und der Neueinsteiger erhält Hilfestellungen, wie er seine ersten eigenen Abenteuer glücklich vollenden kann.
Dazu enthält dieses Buch Anregungen zur Vergabe von Abenteuerpunkten, optionale Regeln zu Schicksalspunkten sowie einen Tabellenteil mit Zufallsbegegnungen in allen aventurischen Regionen und vielen Zufallselementen für Meisterpersonen.
Rezension
Die Wege des Meisters ist eine längst überfällige Spielhilfe für die Spielleiter des Rollenspiels “Das Schwarze Auge” aller Erfahrungsstufen: Das Buch nimmt angehende Meister bei der Hand und erklärt das Leiten einer DSA-Rollenspielgruppe von A bis Z. Das Buch richtet sich aber nicht nur an Anfänger, sondern liefert bereits erfahreneren Spielleitern viele Anregungen und Ideen, um den eigenen Stil des “meisterns” aufzupeppen und aufzuwerten.
Das 200seitige Werk beginnt mit den Kommentaren der Autoren zum Thema “Intention des Meisters zum Leiten einer Rollenspielgruppe”. Danach folgt eine Begriffsklärung zum Rollenspiel und eine Erläuterung zur Geschichte des Rollenspiels, gefolgt von einer Portion Rollenspieltheorie: Es werden die verschiedenen Rollenspielstile und unterschiedlichen Spielertypen beschrieben und wie man mit diesen umgeht. Danach werden die Anforderungen an den Spielleiter abgehandelt: Was ist die Aufgabe des Spielleiters, wie erzeuge ich die richtige Stimmung am Spieltisch, wie stelle ich Meisterpersonen richtig dar, wie Beschreibe ich richtig usw. Ein weiterer großer Teil ist die Ausgestaltung von Abenteuern: Welche unterschiedlichen Arten von Abenteuern gibt es? Wie entwickle ich Abenteuer selbst? Was muß ich bei der Dramatik der Abenteuer beachten und vieles mehr. Den Abschluß bildet dann nochmals ein Theorieteil zum Thema Würfelwahrscheinlichkeit und mehrere Zufallstabellen für Begegnungen und Vignetten. Da sich die Autoren zu einigen Themen nicht immer einig waren, wird der Text zusätzlich noch durch Kästen aufgelockert, in denen der jeweilige Autor seine Sicht der Dinge darlegt.
Das Buch ist, wie die anderen DSA-Regelbücher, als Hardcover erschienen und zeigt auf dem Titelbild eine Heldengruppe, die gerade von Orks und einem Oger überfallen wird. Im Hintergrund sind zwei Hände zu sehen, deren Finger mittels Fäden mit den Gegnern verbunden sind, was anscheinend demonstrieren soll, dass diese vom Spielleiter gelenkt werden. Das Buch umfasst 200 Seiten und enthält spärlich eingestreute Illustrationen, die meist aus anderen DSA-Publikationen und Abenteuern bekannt sind. Um den Text weiter aufzulockern, befinden sich einige kurze Comics, die den Rollenspielalltag karikieren. Das Buch ist außerdem mit einem Bändchen zum Einmerken der Seiten ausgestattet.
Bis auf den penetrant häufigen Wechsel von weiblicher zu männlicher Form und umgekehrt, ist Wege des Meisters durchweg gut zu lesen, auch wenn die Texte nicht in der typischen “DSA-Manier” geschrieben sind. Für Anfänger vielleicht etwas zu viel Rollenspieltheorie, aber wenn man sich auf die wesentlichen Merkmale konzentriert ein hilfreicher Leitfaden für die ersten Rollenspielabende. Alles in Allem ein gelungenes Buch, das sich in die Reihe der DSA-Publikationen würdig einreiht.


