Das Maisau-Weiblein

25.01.2010

Als um das 18. Jahrhundert noch die Pferdezucht im Zellertal betrieben wurde, galt die Maisau als eine Pferdeweide für die Bauern in Mais. In der Nähe hauste ein Weib, das den Bauern gehässig war. Warum wußte man nicht genau. Man hörte sagen, dass sie Hirtin war und vertrieben wurde. Andere sagten, vor lauter Neid. Deswegen soll sie auf der Pferdeweide Gift gestreut und so mehrere Jahre lang großen Schaden angestiftet haben. Als sie starb, so erzählten sich die Großeltern, hat sie sich immer noch in der Maisau herumgetrieben. Ihr Aussehen war klein, ein Tuch um den Kopf, eine kurze Jacke an, kurzer Rock, barfuß und einen Zaunsprießling in der Hand. Dieses Weiblein wurde oft so frech, dass es auf die Straße ging und den Nachtwandlern auf den Rücken sprang. Diese mußten diese schreckliche Last oft hundert bis zweihundert Schritt weit tragen und sie war so schwer, dass dem stärksten Mann der Schweiß auf der Stirn stand. Diese Strecke von zweihundert Metern war so gefürchtet, dass jeder die Strecke mied, wenn er sie nicht unbedingt gehen musste. In den 1850er Jahren baute sich ein gewisser Robl das Haus welches ein gewisser Kerner dann umbaute. Der Robl räumte die Wildnis bis auf ein kleines Bergl weg, das zuletzt mitsamt dem Haus den Namen “Kronerberg” hieß.

Sage erzählt von Emilie Handlos, Rehberg, aufgezeichnet von Hauptlehrer Josef Schreiner aus Drachselsried in den 1950er Jahren.

Hexen tanzen auf der Schneider-Ebene

10.01.2010

Hexen

Hexen

Auf der Schneider-Ebene kommen jeden Tag die Hexen zusammen. Zum Hexentanz. Einmal zerreißt es sie alle in der Luft. Das ist nahe dem Bäcker-Gogl-Riegel, um 9 Uhr abends und so laut, daß man es bis nach Bodenmais herunter hören kann. Übrig bleiben nur noch Glasscherben und Haderlumpen:

“In der Schnäder-Ebn, waou der Schnäder a Wies ghot hot, hand ojj Tog d’Hexn borananer gwen. Zun Hexntanz. Wej wejd! Herinterhoj en Bäcker-Gogl-Riegl hot’s se’s zrissn. Is aaf d’Nocht gwen um Nene, daß’s d’Lät in Bomoas ghört hamand. Hot ma sched mehr Glosscherbn und ojte Hoderlumpn gfuna!”

Quelle: Bodenmaiser Sagen, Dr. Reinhard Haller

Die Drud kommt an das Sterbebett

10.01.2010

Ein junger Mann wird von der Drud gedruckt, erkennt sie, nennt sie beim Namen und flucht sie aus dem Haus. Sie kommt nur noch einmal: als der junge Mann sich schon zum Sterben richtet:

“Man Bruadern hot d’Drud druckt bo der Nocht. Is gwen voar sechzg Johrn. Und der hot’s aaf Oane ghot, a Bestimmte, net! Und hot s’ danoh bon Name gnennt, wa er’s gneisst hot und hot gsogt: ‘gejh ma du nimmer e’s Haas, vofluachte N.N.-Drud!’

Und de is ojj Tog voarher kemma, ober von sejn Tog weg nimmer. Noh hot er’s gwisst, wer’s gwen is, de’n druckt hot bo der Nocht. D’ N.N.-Drud is’s gwen. Hamand s’ eh d’N.N.-Drud gnennt!

Und wej ma Bruader Achtzehne aa’m Sterbn gwen is, is s’noh amoj kemma. Noh hot er s’ mit der Hend äu’gwiesn bo der Tür!”

Quelle: Bodenmaiser Sagen, Dr. Reinhard Haller

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