Der Hochzeitsteufel

22.01.2010

Es ging einmal eine Magd von Bodenmais nach Böbrach spät abends von einer Hochzeit nach Hause. Da begegnete ihr ein großer, schwarzer Mann. Er sagte: “Guten Abend, sind noch viele Leute auf der Hochzeit?” Die Magd bejahte. “Muß auch noch ein wenig nachschauen”, entgegnete er und ging seinen Weg weiter. Der Magd war dieser Mann nicht geheuer und sie drehte sich noch einmal um und schaute ihm nach. Da sah sie, dass er einen Pferdefuß hatte, unterm Arm eine Viehhaut und in der Hand eine Gänsefeder und eine Flasche Blut. Da erkannte sie den Teufel und flüchtete eilends heim.

Erzählerin: Maria Schauer, Asbach

Der Teufel schiebt einem Holzzieher nach

10.01.2010

Teufel

Teufel

Er tut es aber nur vor dem Gebetläuten, über das Rißloch, zum Arber hinauf. Und muß beim ersten Glockenzeichen wieder verschwinden:

E’s Rißloh aafe is a Hojzhaaer gwen, der hot net zuign braacha, dem hot der Hörndlert nohschobn, voam Toga’lätn. Wenn ma’s Gebet glät’t hot, hot er voschwinden mejssn!

Des is lang a so ganga, bis der Betreffende vostoarbn is!”

Quelle: Bodenmaiser Sagen, Dr. Reinhard Haller

Der Teufel verdingt sich als Grasmäher

10.01.2010

Teufel

Teufel

Beim Hackl in Schöneck spricht zur Heuzeit ein Handwerksbursche um Arbeit vor und wird aufgedungen. Es bleibt ihm aber bei sovielen Erntehelfern nur eine alte, verrostete Sense. Er schärft sie mit einem abgenutzen Wetzstein und dengelt sie nicht einmal!

Pünktlich um vier Uhr Früh erscheint das kleine Mandl in Frack und Hut. Es will vorausmähen. Die anderen Mäher lachen. Doch seine Schneid ist dann so scharf und seine Hand so geschwind, daß er allen davoneilt und sie fast zu Tode schindet. Mit dabei ist dem Schneck-Hans sein Großvater. Der hat es erzählt, sein Enkel gibt die Geschichte weiter:

“Man Votern sa Voter, der is mit acht Johrn aaf Schaineck kemma zun Hakkei, für en Hejtbaoum, nochand äujs Kloaner Knet, nochand äujs Graousser Knet. Do is er dol gwen bis er zwoarervierzg Johr is gwen!

Hamand s’ aah amoj ’s Hägn a’gfangt, kimmt a Handwerksbursch hi und hot um en Oarbat zaougsprocha. Sitzt aaf der Benk dol, wej man Votern sa Voter hoamkemma is. Frogt’n do da Graoußvoter: ‘Kannst du ’s Mah?’ ‘Na ja’, sogt der Handwerksbursch, ‘ih kunn ’s Hägn und ’s Mah!’ ‘Is ober sched mehr en ojte Sengst int, a rostige, e der Schupfa!’ Wa eahr eh mehr hand gwen zum Mah! ‘Des is mir gläh, wenn’s nur a Sengst is. Sched en Stoa maou ih hobn!’

Ejtz hand s’ e der Frejh äu e’s Mah. Is a graousse Wies gwen. Und er a so a Mandl gwen, en Gehsthintere a’hot, en Haout aaf, na, ejtz hand s’ do. A’ – mah! Der Graouss Knet, is klar, daß er a’maht, net! ‘Na, na’, hot des Mandl gsogt, ‘a’mah tuar ih!’ Er, mit der weggwoarfen Sengst! Net denglt und nix! Hamand s’ scho glocht: ‘Naja, kann er freijer a’mah!”

Ejtz is a Staan dol gwen und in de Staan hot er en Wetzstoa enegwoarfa, daß der Spitz egspitzt is. Und hot a’gmaht. Ja mei! Do is er scho int gwen, hand de anern erscht hojbert int gwen. Ej hot er wieder gwetzt, en Wetzstoa in d’Staan enegwoarfa und wieder nochegmaht. Ej, bis de aafer kemma hand, is er scho wieder hint dra gwen!

Der häjt s’ z’Taout gmacht, dersejmst. Und is sched so a Mandei gwen. Der hot mehr kinnt, wej de anern. Der hot gwiß a Baouh ghot! Ja, de Wissenschoftn, mei Liaber!”

Quelle: Bodenmaiser Sagen, Dr. Reinhard Haller

Beim Holzziehen in einer Rauhnacht schiebt der Teufel nach

10.01.2010

Der Brem Simon wuchtet in einer Rauhnacht den Holzziehschlitten bergauf, da schiebt ihm der Teufel persönlich nach. Der Simon eilt erschrocken heim. Aber als dann mehrere Männer mit ihm zum Kuchei-Kreuz gehen, hängt der Zugschlitten schon in einem Baum. Im Schnee hat der Teufel einen Geißfuß und einen Roßhuf zurückgelassen:

“Wej d’Raahnacht a so gwen sand, ejtz hot sih der Brem Simon denkt: ‘Taoust en Wojd aafe um a Hejzlhojz!’ Na, er is mit’n Schlittn aafezogn, en Kuchei-Kräz zaou. In Kuchei-Kräz gejht noh a so a Schußhejherl aafe. Hot er sih denkt: ‘Sakra, me gejht en ejtz der Schlittn so lächt?’ Ejtz schaat er um. Derwei hot eahm der Teife nohgschobn!

Noh is er von Schlittn aawer, hot’n steih laoussn und is hoam, ober, aa’m Bomoas zaou!

Hand a Herd mit aafe. Und wej s’ äujkemmand, is der Schlittn aa’m Baam obnghängt, ne! Wo sogst en do dazaou? Und hamand in Schnej oan Goaßhaxn und oan Roßhaxn gspürt! A so hot’s d’Großmuatter owei vozähjt. Und der Brem Simon sejber aah!”

Quelle: Bodenmaiser Sagen, Dr. Reinhard Haller

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